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Willkommen...

auf der Website des Kristlichen Glaubenskreises e.V.

Demnächst

11.11.2017
bis
12.11.2017
HAW-Gedenkfeier in Kassel.
(Gesonderte Einladung ist bereits verschickt)

 

Bericht über das 47. Föhrenhof-Treffen

Am Sonntag, dem 10. April 2016, fand das 47. Norddeutsche Treffen des Kristlichen Glaubenskreises im Föhrenhof/Hannover statt. Wir konnten 24 Gäste begrüßen. Nach der langen Anfahrt einiger Gäste (aus Neustadt/Ostsee und aus Hamburg) wurde zur Stärkung die übliche Kaffeetafel wahrgenommen.

Der Referenten für diesen Nachmittag war Eckhard Brasseit mit seinem Lichtbildervortrag:

Entwicklung Preußens anhand ihres Herzogs, der Kurfürsten, Könige und Kaiser. - Ist Preußen nur ein Mythos oder Realität?

Eckhard Brasseit kam vorweg zu dem Schluss, dass der Mythos "Preußen" immer noch besteht. - Realität, mit den im Volksmund bekannten preußischen Eigenschaften, ist es aber nicht mehr.

Er ging dann auf die Ursprünge Preußens wie folgt ein:

1.In der Fortsetzung der Erbmonarchie bei den Hohenzollern gilt Albrecht als der Begründer Preußens. Regierungszeit 1511-1568. Mit ihm wurde der Ostseeraum bis 1540 protestantisch. Bis 1620 regierten relativ unbedeutende Herrscher das Land Brandenburg/Preußen.

2. Erst mit Friedrich Wilhelm von Brandenburg - später genannt der Große Kurfürst - trat wieder ein bedeutender Herrscher in Erscheinung. Regierungszeit 1640-1688.

3. Sein Sohn - Kurfürst Friedrich III. - später "König" Friedrich I. begründete den späteren Glanz der Preußischen Krone. Regierungszeit 1688-1713.

4. Dessen Sohn - König Friedrich Wilhelm I., wurde später der Soldatenkönig genannt. Regierungszeit 1713-1740.

5. Sein Sohn war König Friedrich II. Er wurde später "Friedrich der Große" und noch später "Der Alte Fritz" genannt. Regierungszeit 1740-1786. Er blieb kinderlos.

6. Sein Neffe König Friedrich Wilhelm II. regierte von 1786-1797 mit einer Günstlingswirtschaft.

7. Sein Sohn, König Friedrich Wilhelm III., Regierungszeit 1797-1840 heiratete die schöne Luise von Mecklenburg-Strelitz und hatte mit ihr zehn Kinder. Luise war, im Gegensatz zu ihrem Mann, sehr couragiert und übernahm 1806 in Tilsit für ihn den Bittgang zu Napoleon.

8. König Friedrich Wilhelm IV., Regierungszeit 1840-1861, erlebte 1848 die "Preußische Revolution" von zwei Tagen; er lehnte den vom Deutschen Volk angetragenen Kaisertitel ab.

9. König Wilhelm I., Regierungszeit 1861-1888, wurde am 18. Januar 1871 in Versailles bei Paris zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. gekrönt.

10. Sein Sohn war Kaiser Friedrich III., der sog. 99- bzw. 100-Tage-Kaiser, weil er im April 1888 gekrönt wurde und im Juni 1888 an Kehlkopfkrebs kinderlos verstarb.

11. Der Enkel von Kaiser Wilhelm I. war Kaiser Wilhelm II., Regierungszeit 1888-1918 (Ende des 1. Weltkrieges). Seine Regentschaft wurde das Wilhelminische Zeitalter genannt.

Wegen der vielen Herrscher und Zahlen verteilte Eckhard Brasseit seinen Bilder-Vortrag an alle Zuhörer.

Nach etwa 2 Stunden - mit einer kurzen Pause - schlossen wir die Veranstaltung mit dem üblichen Abschluss-Ritual.

Wie üblich, blieben der Referent und die meisten Gäste noch zum gemeinsamen Abendessen.

eb

Bericht über das 46. Föhrenhof-Treffen

Am Sonntag, dem 11. Oktober 2015, fand das 46. Norddeutsche Treffen des Kristlichen Glaubenskreises im Föhrenhof/Hannover statt. Wir konnten 16 Gäste begrüßen. Nach der langen Anfahrt einiger Gäste (aus Flensburg und aus dem Harz) wurde zur Stärkung die übliche Kaffeetafel wahrgenommen.

Als Referenten für diesen Nachmittag konnten wir Markus Grimm gewinnen. Sein Vortragsthema lautete:

Deutsche Religiosität im Spannungsfeld der Extreme.

Eingangs stellte sich der Referent mit seinem neuen Berufsfeld vor.

Daran anschließend ging er in seinem Vortrag auf die Religion in Verbindung mit der Wirtschaft und deren Lobbyisten im Bundestag ein. So stellte er die Frage, ob es im Sinne des Grundgesetzes ist, wenn z. B. die Firma BASF (wie auch viele andere Firmen) mit ihren Lobbyisten die Gesetzgebung beeinflussen? Gewerkschaften und Kirchen - so der Referent - unterstützen diese Politik mit dem Argument "Erhalt der Arbeitsplätze" und übersehen dabei, dass es den Konzernen nur um Vormachtstellung ihrer Produkte auf dem Weltmarkt geht. Diese materielle Einstellung geht so weit, dass alle Bürger (man spricht nicht mehr vom Menschen) sich mit dieser "System-Konformität" identifizieren. Der deutsche Bürger wird als "Laborratte der USA" angesehen, so der Referent. - Das einheitliche "Gesellschafts-Engagement" wird von den Parteien als "Allgemein gültiger Konsens" ausgegeben.

Was die Kirchen heute unter anderem betreiben ist "Religiöse Wirtschaftspolitik", und in der Bundesrepublik Deutschland wird ein "Neoliberaler Nihilismus" befördert.

Zukünftig wird - so der Referent - das derzeitige politische "Links- Rechts- Schema" keinen Bestand mehr haben.

Ferner beleuchtete Markus Grimm die Weltanschuung von H.A. Weishaar auf die Zukunft bezogen.

Nach über 1½ Stunden dankten wir dem Referenten für seine z.T. hochinteressanten Ausführungen. In der anschließenden Gesprächsrunde wurde versucht, Wege aufzuzeigen, wie die angesprochenen Missstände behoben werden könnten.

Wie üblich, blieben der Referent und die meisten Gäste noch zum gemeinsamen Abendessen.

eb

Bericht über das 45. Föhrenhof-Treffen

Am Sonntag, dem 15. März 2015, fand das 45. norddeutsche Treffen des Kristlichen Glaubenskreises (KGK) im Föhrenhof/Hannover statt. 23 Teilnehmer hatten sich zu dieser Veranstaltung eingefunden. Dieses Treffen stand unter einem besonders guten Stern. Hatten wir doch Bruder Benjamin vom katholischen Orden der Cella Sankt Benedikt aus Hannover als Redner für unseren Nachmittag gewinnen können. Nach der Vorstellung seiner Person referierte Br. Benjamin über

  1. Die Geschichte des Benediktiner-Ordens und
  2. über die Cella St. Benedikt, Stadtkloster heute.

Geschichte des Benediktiner-Ordens

In einem kurzweiligen Vortrag gab Br. Benjamin einen Abriss über die 1500jährige Geschichte seines Ordens wie folgt:

Durch Kloster- und Kirchenbauten, durch Rodungen, Landwirtschaft, Handwerk und Schulen wie durch ihre Frömmigkeit sind die Benediktiner immer wieder von großer Bedeutung für das kirchliche und kulturelle Leben gewesen.

Der Orden wurde um 480 durch Benedikt von Nursia/Italien gegründet. Gleichzeitig war er der Begründer des abendländischen Mönchtums, bekannt durch die von ihm verfasste Benediktinerregel »ora et labora« = bete und arbeite. Das nahmen die Mönche sehr ernst und häuften durch ihre Arbeit immer mehr Reichtümer an. Da sie sich aber keine materiellen Güter aneignen durften, wurde der Orden immer reicher. Das aber führte zur Abkehr vom grundsätzlichen Armutsbekenntnis. So fanden sich immer wieder Mönche, die ihrem bisherigen Orden den Rücken kehrten und neue Armuts-Orden gründeten. So entstanden die Folge-Orden der Zisterzienser, daraus die Prämonstratenser und daraus wiederum die Trappisten bis zur Säkularisierung (Verweltlichung) ab dem 16. bis zum 19. Jahrhundert. Heute gibt es wieder Orden und Klöster, die sich dem Armutsbekenntnis unterwerfen oder staatlich kontrolliert werden.

Die einzelnen Klöster sind heute meist in nationalen Landesverbänden (Kongregationen) jeweils unter einem Abtpräses zusammengefasst.

Nach einer kleinen Pause referierte Br. Benjamin über das

Benediktiner-Stadtkloster Cella St. Benedikt mit seinen Aufgaben heute.

Das Stadtkloster gehört zur Abtei Königsmünster im Sauerland und hat seit 1988 seinen Sitz im Stadtteil List in der Voßstraße 36, nahe der Innenstadt von Hannover. Die Cella teilt sich in drei Bereiche. Das Erdgeschoss bietet Raum für Gottesdienste und Veranstaltungen, im 1. Stock sind die Arbeits- und Versorgungsräume der Mönche und im hinteren Hausteil die Klausur, der persönliche Lebensbereich der Mönche.

Das Leben der sechs Brüder ist geprägt durch den Rhythmus von Gebet und Arbeit, der Bereitschaft zum Zuhören, dem Verständnis für Stabilität der Gemeinschaft, der Offenheit für Gäste und der Suche nach Gott.

Mit dem Stadtkloster wird etwas Neues gewagt: Vom ursprünglich Abgeschlossenen zum Offenen, zur Welt und den Menschen hin. Durch die exponierte Lage inmitten der Großstadt ergeben sich für die Mönche vielschichtige Aufgaben in Schulen, als Seelsorger in Kliniken, Begleitungen von Hilfsbedürftigen, in Krankenpflege und Sozialarbeit. Ja, selbst eine Praxis für Atem-, Sprech- und Stimmtherapie sowie eine Praxis für Coaching und Organisationsberatung gehören zur Cella St. Benedikt.

Aber vor allem das Interesse für Spiritualität und die Suche nach Quellen der Inspiration von uns Außenstehenden und den Mönchen haben dazu geführt, dass in der Cella entsprechende Angebote bereitgestellt werden.

Mit viel Beifall wurde dem Vortragenden für seine Ausführungen gedankt. – Die Mehrzahl der Zuhörer blieb noch zum gemeinsamen Abendessen im Tagungshotel, wo noch rückschauend das Gehörte besprochen wurde.

eb

HAW-Gedenkfeier am 9. November 2014 in Kassel

Wie üblich – so auch in diesem Jahr – feierte der Kristliche Glaubenskreis den Geburtstag seines Begründers, Helge Alarich Weishaar, im Hotel Deutscher Hof. 24 Personen waren der Einladung gefolgt, um den 139. Geburtstag von HAW, mit bürgerlichem Namen Kurt Paehlke, würdig zu begehen.

Manfred Gerbig umrahmte mit ausgesucht feierlicher Musik die einzelnen Themen – vom Beginn bis zum Abschluss – der Veranstaltung.

Der erste Vorsitzende des KGK, Wilhelm Kirschner, begrüßte die Anwesenden, dankte für ihr Erscheinen (z.T. sogar aus London kommend) und wünschte der Zusammenkunft einen glücklichen Verlauf.

Nach der rituellen Einstimmung würdigte Roderich Volk in seiner Ansprache Weishaars Lebenswerk, indem er unter anderem ausführte: "Weishaar suchte wohl besonders in der Zeit des 1. Weltkrieges und in der darauf folgenden Nachkriegszeit nach Sinn im Leben und die Gemeinschaft Gleichgesinnter." – Den ausführlichen Text entnehmen Sie bitte dem allen Mitgliedern bereits überreichten bzw. zugesandten Buch "Würdigungen Helge Alarich Weishaar in Gedenken" S.62 ff.

Nach einer kurzen Pause referierte Eckhard Brasseit über "Grundlinien eines spirituellen Menschenbildes "Vom Ego zum Selbst" nach Veröffentlichung von Sylvester Walch".

Die "Persönliche Arbeit" am "Ich" oder "Ego" des Einzelnen ist, laut Walch, Voraussetzung für jede nach Vervollkommnung strebende Seele, die zur Findung des "Selbst" dient. – Hier haben wir durchaus Parallelen zur Lehre H.A.Weishaars, indem H.A.W. von Entwicklungsstufen spricht, die zur Höherführung des Menschen beitragen.

Walch führt weiter aus, dass das "Selbst" eines jeden für sich zugänglich ist, egal in welch einem Entwicklungsgrad sich der Einzelne befindet.

Hat der Mensch sich allerdings befreit vom egoistischen Denken und Handeln und ist nur seinem "originären Ich-Zustand verantwortlich, so ist er bei seinem Höheren Selbst". Das ist jedoch – laut Verfasser – ein idealisierter Zustand, den nur ganz wenige Menschen erreichen. – Auf H.A.Weishaar bezogen wäre das der hochbegabte, geniale, der Geistmensch.

Walch schreibt: "Erkenne dich selbst" finden wir in dem Orakelspruch zu Delphi. Dazu muss ich jedoch meine Fähigkeiten, Talente und Schwächen erkennen. Erst durch die Fähigkeiten der Selbsterkenntnis sind wir in der Lage, den für uns richtigen Lebensweg einzuschlagen. Und weiter: "Selbsterkenntnis ist ohne Bewusstsein nicht vorstellbar. Bewusstsein zu haben ist ein wichtiges Merkmal des menschlichen Seins. Selbsterkenntnis ist ein Persönlichkeit bildendes und Persönlichkeit schaffendes Element".

Ferner beschäftigt sich der Verfasser ausführlich mit Todesnähe und dem Tod: "Es ist verwunderlich, dass die Sterblichkeit so wenig in der akademischen Psychologie Berücksichtigung findet und die Verantwortung dafür eher den Religionen zugeschoben wird. Der gesellschaftliche Umgang mit dem Tod ist von einer eigenartigen Zwiespältigkeit geprägt. Einerseits gibt es kaum einen Film oder eine Zeitungsausgabe, in der nicht gestorben wird, andererseits fällt es außerordentlich schwer, mit Angehörigen über den nahenden Tod einer Person zu sprechen. Die Unausweichlichkeit des Todes scheint für die menschliche Natur eine tiefe Kränkung zu sein, so dass der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tode in fast allen Religionen eine große Rolle spielt".

Abschließend befasst sich Walch mit dem "Selbst": "Es hat die Aufgabe, den Menschen im Leben zur Ganzheit zu führen. Alles ist eins, Inneres und Äußeres, Schweres und Leichtes, Individuelles und Universelles sind nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Wenn der Mensch in seinem Innersten mit dem All-Einen verbunden ist, springt der Funke Gottes zu dem Selbst über".

H.A.Weishaar sah in diesem menschlichen Zustand den Geistmenschen.

Mit folgenden Weishaar-Worten beschloss Eckhard Brasseit seinen Vortrag: "Will der Mensch bewusst in die geistige Welt eingehen, so muss er mit den einseitigen Vorstellungen der materiellen Welt brechen und empfänglich werden für das Wesen der Dinge, das Sein, das im Schein der Formenwelt verborgen liegt. Er muss aus ihr herauswachsen und darf sich mit ihr nicht mehr identifizieren".

Mit dem üblichen Abschlussritual des gemeinsam gebildeten Kreises wurde die diesjährige Veranstaltung des Kristlchen Glaubenskreises beendet.

Wer wollte, stärkte sich anschließend noch in den Salzburger Stub`n für die anstehende Rückfahrt.

Die nächste Weishaar-Gedenkfeier findet am 15. November 2015 in Kassel statt.

eb

Bericht über die Besinnungswoche 2014

REINKARNATION
aus antiker und heutiger Sicht

lautete das Rahmenthema der 24. Besinnungswoche des KGK im Weishaar-Haus in Vielbrunn vom 30.03. bis 03.04.2014.

Sonntag, 30.03.2014 / Vormittag

Andacht: Eva und Eckhard Brasseit

Unsere Besinnungswoche wurde traditionell am Sonntag eröffnet und mit einer gemeinsamen Andacht, geleitet von Eva und Eckhard Brasseit, festlich begangen. Die Andacht stand unter dem Thema Wiedergeburtslehre.

Das Wissen um die Reinkarnation war und ist universell verbreitet und begegnet uns auch in der Bibel. Eva Brasseit wies in ihrer Ansprache auf den Unterschied hin zwischen einer »inneren bzw. geistigen Wiedergeburt« und einer Wiedergeburt im Sinne von Reinkarnation. Immer mehr Christen glauben an die Reinkarnation, weil es der einzige logische Weg zur »Vollkommenheit« ist. Inzwischen gibt es Tendenzen, Christentum und Reinkarnationslehre wieder zu versöhnen. Eva Brasseit zitierte z.B. den Autor und Pfarrer Till A. Mohr und eine Sufi-Meisterin. Mit Texten aus der Bibel und aus Weishaar-Schriften schlug sie einen Bogen vom Christentum zum Kristentum.

Noch sind wir leider nicht vollkommen und bedürfen immer wieder der Nachsicht und Vergebung. Wir versuchen, die Prüfungen, die Gott uns auferlegt, zu bestehen; und das ist mit zunehmendem Alter gar nicht so einfach. Wir bleiben Lernende bis zu unserem Tode. So hoffen wir, dass wir nach einer Zeit der Läuterung und Stärkung in der geistigen Welt eine neue Chance bekommen, um im nächsten Leben wieder einiges besser zu machen, Schuld zu begleichen und mit Gottes Hilfe, Liebe und Erbarmen ihm wieder ein Stück näher zu kommen bis zur »Heiligung und Vollendung«, wie es bei H.A. Weishaar im Glaubensbekenntnis heißt. Eckhard Brasseit las zum Abschluss Teile aus dem 3. und 4. Artikel vor. Wir beendeten die Andacht mit dem Lied Herz und Herz vereint zusammen, dem Vaterunser und einem Fürbitten- und Segensgebet für unsere Gemeinschaft. Mit einem Musikstück von Mendelssohn Bartholdy klang der Vormittag aus. In der Mittagspause genossen wir den schönen Tag bei frühlingshaften Temperaturen und einem gemeinsamen Essen im Ohrnbachtal.

Sonntag, 30.03.2014 / Nachmittag

Thema von Eckhard Brasseit: Wiedergeburtslehre vor der Zeitenwende

Eckhard Brasseit verwies auf die lange Tradition der Reinkarnation in fast allen Völkern der Welt. Ob bei den alten Stammeskulturen Afrikas oder bei den Germanen, ob im vorchristlichen Griechenland oder bei den Kelten, ob bei Randtraditionen des Judentums, des Christentums und des Islam, ja selbst bei den Eskimos, überall finden wir den ursprünglichen Glauben an die Reinkarnation.

Über die Veden und die Upanishaden – das sind Texte aus dem vorchristlichen Sanskrit – in denen die Reinkarnation eine entscheidende Rolle spielt, führte er die Zuhörer über Hinduismus, Buddhismus, Karma-Lehre und den Sinn der Leichenverbrennung zu den Wurzeln der vorchristlichen Wiedergeburtslehre. Die Vorstellungen von Seele, Tod und Wiedergeburt in China 1150–200 vor Chr. bildeten einen weiteren Schwerpunkt von Eckhard Brasseits Ausführungen. Abschließend berichtete er, dass 47% aller Christen an ein Weiterleben der Seele und 36% an die Reinkarnation hier auf Erden glauben.

Montag, 31.03.2014 / Vormittag

Thema von Roderich Volk: Wiedergeburt im Neuen Testament

Dem Vortrag wurden Worte von verstorbenen Mitgliedern vorangestellt:

  1. Die Bibel darf nur im übertragenen Sinne und in der Symbolik gelesen werden – oder gar nicht. (Reinhard Trautmann)
  2. Lies die Bibel, bis es unlogisch wird; dann stimmt etwas nicht und du musst nachdenken. (Reiner Schwarz)

Bevor auf die verschiedenen Bibelstellen eingegangen wurde, beleuchtete ich die Zeit bis zum 6. Jahrhundert und den Bannflüchen gegen Origenes und die Goten. Dabei wurden Arius und Wulfila genauso angesprochen wie Justinian, Theodora, Rufinus und Hieronymus; die Vorgänge, die schließlich zum Verschwinden der urchristlichen Lehre von der Präexistenz der Seele aus den Schriften geführt haben. Ein besonderes Augenmerk wurde auf Hinweise von »Wiedergeburtsstellen« in der Bibel gelegt, die dort noch zu finden sind:

  1. Keine direkten Zusammenhänge in den Versen
  2. Formulierungen wie: Neue Geburt, Wiederbeschaffung, Rad des Lebens, Rad des Werdens, Auferstehung im neuen Erdenkleid, Bad der Taufe, Waschung in der Taufe, verliehene Talente/Fähigkeiten (die ja einen Ursprung haben mussten), Mensch endzeitlicher Prägung, Geschlechterlinien

Dies weist auf Änderungen irgendwelcher Art in den Urtexten hin.

Der Vortrag schloss mit Wilhelm Meisters Wanderjahre von J. W. von Goethe

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!
 
Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr lasst den Armen schuldig werden;
Dann überlasst ihr ihn der Pein:
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

Der vollständige Text (6 DIN A4-Seiten mit Quellenangaben) kann bei Roderich Volk angefragt werden und wird per e-Mail oder Post zugestellt.

Dienstag, 01.04.2014 / Vormittag

Thema von Wilhelm Kirschner: Die Rolle der Reinkarnation im Kristlichen Glaubenskreis

Nach der Weishaar-Lehre ist die Höherentwicklung des Menschen bis zu seiner Bewusstseinsvollendung der Sinn menschlichen Lebens. Dieser Entwicklungsweg erfolgt über verschiedene Bewusstseinszustände vom Kleinkind (Begierdenstatus) über den Jugendlichen (Verstandesprimat), den reifen Mann, die reife Frau als Vernunftmensch (Vernunft und Einsicht) bis zum Geistmensch (rein geistig orientiert), die gewöhnlich nicht in einem Leben bewältigt werden können. Das Ganze erfolgt über eine stetige Steigerung und Erhöhung des Bewusstseins über das normal Menschliche hinaus. Damit ist eine Jenseitigkeit angesprochen, auf die sich das Bewusstsein, bei normaler Entwicklung, hinbewegt. Jenseitsbewusstsein über den physischen Tod hinaus verlangt in der Regel mehr, als dem Menschen in einer Inkarnation möglich ist. Damit erscheint eine Wiedereinkörperung (Reinkarnation) der unsterblichen Geist-seele nicht nur zuträglich, sondern zwingend notwendig.

Mit dem Begriff der Reinkarnation ist der Begriff »Karma« (Wiedergutmachungsgerechtigkeit) eng verbunden. Hier ent-faltet sich die Diskrepanz zwischen theologischer Gottes-Gerechtigkeit (Theodizee) und einer Gerechtigkeit der Geist-Natur. Alle Entwicklung zielt auf einen Endzustand, der als »kosmisches Bewusstsein« gekennzeichnet ist. Den zu fixieren ist eine nicht zu hintergehende Erforderlichkeit. Da dem Alltagsmenschen der notwendige Glaube an diese kosmische Bestimmung abgeht, weil das nicht eine Sache rationaler Begrifflichkeit, sondern ein Erlebensereignis ist, steht die Vermittlung dieser Vorgänge vor großen Verständnis- und Zustimmungs-Schwierigkeiten, die im vollständigen Text behandelt werden.

Dienstag, 01.04.2014 / Nachmittag

Thema von Wilhelm Kirschner: Gruppen, die sich ebenfalls mit Reinkarnation befassen

Vor unserer Zeitrechnung und der Einführung des Christentums waren es vor allem Germanen und Kelten, von denen das Wissen über Reinkarnation angenommen wurde. Von den Kelten ist nachweislich bekannt, dass sie das Leben als Vorbereitung auf den Tod und eine Todesverachtung als kriegerische Spiritualität gesehen haben. Daraus hat sich ein regelrechter Totenkult entwickelt, der teilweise in unseren Märchen noch enthalten ist. Man betrachtete Tote als von der Menschenwelt Abgetrennte, aber vom Bewusstsein her Verbundene, mit denen geistiger Verkehr möglich sei.

Eine Gruppe in unserer Zeit, die der Reinkarnationsauffassung anhängt, ist die Theosophie. Aus ihren Anfängen aus Indien über Nordamerika bis zu uns führt ihr Weg als ein »Lernfortschritt« in der Darwinschen Evolutionstheorie für das höhere Selbst.

Von ihr hat sich die Anthroposophie abgespalten, nachdem ihr Gründer, Rudolf Steiner, von der Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen wurde. Sein Werk Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten gibt Zeugnis von seiner hohen Auffassung der Zusammenhänge.

Die Wiederverkörperung des Geistes, für eine Höherentwicklung des Menschengeistes, ist eine typische Entwicklungslehre der Weishaar-Lehre und damit ist eine Geistesverwandtschaft mit den übrigen Vertretern der Reinkarnationslehre angezeigt.

Mittwoch, 02.04.2014 / Vormittag

Thema von Roderich Volk: Der Bamberger Reiter


Bamberger Reiter
Bamberger Reiter (Bild: Roderich Volk)

»Gott schläft im Stein,
atmet in der Pflanze,
träumt im Tier
und erwacht im Menschen.«

Spruchweisheit

Wenn wir dieses Standbild im Bamberger Dom betrachten und eine sinnvolle Erklärung erarbeiten wollen, sollten wir es wie ein Wappen besprechen und beschreiben. Hier gehen wir von unten nach oben vor.

Wir erkennen einen unterschiedlich gestalteten Sockel vor einer Säule im Dom. Die linke, untere Sockelstütze ist relativ glatt ausgearbeitet (Einzelheiten sind auf dem Bild nicht erkennbar). Die rechte Stütze ist wie ein aus Pflanzen bestehendes Gesicht ausgearbeitet. An der Seite der rechten Stütze ist ein Rosenkreuz zu erkennen. Auf diesen beiden Stützen ist ein, ebenfalls wie Pflanzen gestalteter Sockel gearbeitet, der die Erdoberfläche darstellt. Unter den beiden Hinterläufen des Pferdes ist das Welfenkreuz (Blume des Lebens) eingearbeitet.

Damit haben wir schon zwei Elemente: Gestein/Mineral und Pflanzen.

Auf dem Sockel, der Erde, steht ein Pferd mit einem aufrecht im Sattel sitzenden Reiter. Dieser ist mit einem gegürteten Umhang bekleidet. Ein Umhang, dessen obere Schließe im Zeigefinger der rechten Hand gehalten wird, als wenn der Mantel geschlossen werden soll oder geöffnet wurde. Eine Waffe (Schwert) ist nicht erkennbar. Die linke Hand hält den überkreuzten Zügel des Pferdes, sieht jedoch seltsam verdreht aus. Der Reiter hat ein europäisches Gesicht, lange blonde Haare (was an die – geistige – Kraft von Samson erinnert), trägt eine Krone und schaut nach rechts unten. Die Krone hat eine eigenartige Form mit den hinteren Erhöhungen und weist ihn als König aus.

Über dem Haupt des Königs sind erkennbar in drei ineinander übergehenden Ebenen Kirchen- oder Domkuppeln angebracht. Es sind 13 unterschiedlich gestaltete Kuppeln, und zwar je 4 auf der unteren und mittleren Ebene und 5 auf der obersten. Diese Kuppeln stehen über 4 oder 5 (erkennbaren) Bögen. Es ist nicht erkennbar, ob die Ansammlung der Kuppeln nach hinten (innen) fortgesetzt werden soll; sollte dies der Fall sein, muss die mögliche Anzahl festgestellt und die Zahlenmystik angewandt werden.

Symbole und Farbgestaltung sind sonst nicht erkennbar, es müssten jedoch noch gleichmäßige Formen im Original gesucht und bestimmt werden wie auch die rechte Seite des Sockels und die im Hintergrund an einer Säule stehende Marienstatue. Es wurde im Dom lediglich mitgeteilt, dass der Mantel bzw. der Umhang in Königsblau gehalten gewesen sein soll. Dies deutet wiederum auf einen Fürsten hin.

Soweit die Beschreibung.

Macht euch die Erde untertan!

Diese vielbenutzte (und oftmals missbrauchte) Aussage heißt in 1. Mose 1,28 allerdings: Gott segnete sie und sprach zu ihnen: »Seid fruchtbar und mehret euch, füllet die Erde und machet sie untertan und herrschet über des Meeres Fische, die Vögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf Erden regt.« Zu bemerken ist dabei, dass die Übersetzung von untertan machen auch erobern, bewältigen und bewahren bedeutet.

Damit können wir nach dem Mineral, den Pflanzen, den Tieren und dem Menschen in die Erklärung eintreten. Die Erklärungen der Fremdenführer im Bamberger Dom, wonach lediglich versucht wird, den Reiter als König Stephan II zu erklären (was sehr vage ist) sowie das steinerne »Pflanzengesicht« als den angeblich gebändigten Teufel, lassen wir außen vor. Dazu ist die gesamte Darstellung zu bedeutsam.

Wir haben hier den Menschen, der auf dem Tier sitzt, und es führt. Das Tier steht auf der Erde und über den Pflanzen. Der Mensch beherrscht beide. Der Geist ruht im Mineral/Gestein und ist in der Materie gefangen. Er entwickelt sich daraus über die Pflanze und das Tier zum Menschen, der sich die Erde nicht nur untertan machen, sondern sie bewahren soll.

Ihr sollt vollkommen werden, wie der Vater im Himmel vollkommen ist!

Dieses Wort aus Matthäus 5, 48 lautet: »Seid also vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.«

Dies ist ein Auftrag und bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die vorherigen Verse zur wahren Wiedervergeltung und schrankenloser Liebe.

Der Reiter, der Mensch, der das Pferd (das Tier in sich) führt und die Erde und alle Lebewesen beherrscht, ist ein König oder soll es werden. Trägt er die Krone, hat er den »Königsweg« hinter sich und steht unter dem Schutz der Kirche; hier jedoch unter dem Schutz Gottes, des Geistes. Der Mensch hat Christus in sich geboren. Der Geist, der sich aus der Materie befreit hat, wird nun durch die Kuppeln der Kirche, der Himmel in seiner Vielzahl, der Religion sinnbildlich dargestellt.

Das Reiterstandbild stellt also die (auch die geistige) Entwicklung und den Auftrag zur Vollendung dar.

Dass dies nicht in einem Leben möglich ist, wissen wir und auch, dass sich der Geist in uns erleben und offenbaren will.

Bemühen wir uns also, dem Auftrag gerecht zu werden.

Mittwoch, 02.04.2014 / Nachmittag

Resümee über unsere Besinnungswoche 2014

Nach dem Rückblick auf die gemeinsam verbrachten Tage bestimmten wir Zeitpunkt und Themen für die

Besinnungswoche 2015
von Samstag, dem 18. April, bis Donnerstag, den 23. April 2015
mit dem Generalthema:
Staatsaufbau nach der Lehre von H. A. Weishaar
und den Unterthemen:
Kultur
Wirtschaft
Recht
Regierung/Parlament
Bewusstseins-Aristokratie

gn

Unser neues Symbol, das Pyramidenkreuz

Bisher stand in der Kopfzeile unserer Website das Kubuskreuz als kennzeichnendes Symbol. Wir haben uns entschlossen an dessen Stelle in Zukunft das Pyramidenkreuz zu führen. Das Kubuskreuz ist das Symbol des vollendeten Menschen, während das Pyramidenkreuz den Weg zur Vollendung symbolisiert.

Mehr über das Pyramidenkreuz...

Wir suchen Mithelfer

Alle interessierten Menschen sind uns als Mitglieder willkommen! Frauen, Männer und Jugendliche, die unsere 'Arbeit im Weinberg des Herrn' unterstützen wollen, können unabhängig von Ihrer Konfession dem Kristlichen Glaubenskreis beitreten. Es genügt kurzer Aufnahmeantrag.

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