Kristlicher Glaubenskreis e.V.


Glaube und Wertverständnis

Werte werden in der Soziologie als das gesellschaftlich Wünschenswerte definiert und gelten als handlungsleitende Orientierungslinien für den Einzelnen wie für Gruppen der Gesellschaft. Aus ihnen leiten sich Normen als Maßstäbe des Handelns ab. Normen werden von der Gesellschaft als Mittel zur Erreichung der erwünschten Werte aufgestellt, die den Rahmen des gesellschaftlich Erlaubten abstecken und werden so zu Verbindlichkeiten als Verhaltensregeln für alle.

Man unterscheidet:

  • Normen im Allgemeinen sind Regeln und Maßstäbe des Handelns.
  • Soziale Normen sind Verhaltensweisen, die in einer Gesellschaft erwartet werden und denen man zu entsprechen hat, die als Sitte und Brauch gelten und die nicht von Sanktionen begleitet werden.
  • Rechtsnormen, die von staatlichen Instanzen aufgestellt werden und verbindliche Verhaltensregeln sind, stehen in der Form von Gestzen und Rechtsregeln unter Sanktionsbedingungen.
  • Moralische Normen, die von einer Gewissensbindung her als individuell verbindlich erachtete Handlungsorientierungen wirken.
  • Technische Normen als standardisierte Größen wie Meter, DIN u.a..

Die höchsten Werte folgen aus der Frage: "Leben wofür?"

Solche Werte sind Grundsatzwerte, die sich jeder Mensch gibt als gewisse Lebenszielvorstellung und die dennoch ganz verschieden ausfallen. Der eine sagt: für die Familie, für die Karriere, für die Kinder, für die Kunst, für das Vergnügen, für die Freunde, also für fassbare Dinge; der andere sagt: für Recht und Ordnung, für die Gerechtigkeit, für die Liebe, aber selten sagt einer: für die Gemeinschaft mit Gott oder dem Göttlichen. Mit dem Göttlichen soll das gemeint sein, was im Zentrum unserer Seele als guter Wille uns zum Ideal des Wahren, Guten und Schönen hinzieht. Das gilt als höchster Wert der Sehnsucht, weil damit alles in individuelle und soziale Orientierungen, von denen die Ersteren als Glaube und Weltanschauung eine ganz persönliche Rolle spielen. Ohne einen Glauben, der für den Einzelnen eine von ihm aufgenommene und für ihn gültige geistige Wahrheit darstellt, bleibt er führungs- und ziellos für geistige Verhältnisse und in seinen Beziehungen zum Leben.

Im besonderen Maße unterliegt er der Angst vor dem Tode, die im Leben meist verdrängt wird und inder Todesstunde als Verzweiflungsangst wieder aufsteigt. Glauben heißt, das für möglich oder wahr zu halten, was man nicht wissen kann, was unserem Leben aber erst Sinn über den Tod hinaus verleihen und uns einer geistigen Führung und Leitung versichern kann. Damit erlangen wir eine metaphysiche Geborgenheit, die unser diesseitiges Leben überhöht und leichter ertragen lässt.

Die amerikanische Arthur S. DeMoss-Stiftung verschickt in Deutschland ein Buch mit dem Titel "Kraft zum Leben" und versucht in einem amerikanisch-konservativen Sinne (steht für die Todesstrafe, contra Abtreibung und gegen Schwulen-Ehe) neue Gottgläubigkeit und Gottuntertänigkeit anzuregen.

Aus einer Unterwerfungsgesinnung lässt sich jedoch wenig eigene Kraft für das Leben schöpfen, sondern aus dem Wissen um die Bedeutung jedes Menschen in der Schöpfung und die daraus abgeleitete eigene Aufgabe im Leben, die im göttlichen Sinne ist. Stärkung und Zuversicht gibt das Wissen um das Erreichen der eigenen geistigen Unvergänglichkeit.

Aus der Weishaar-Lehre sollten wir erkannt haben:

"Kraft zum Leben wächst aus der Erkenntnis, den Tod nicht fürchten zu müssen".

Das ist eine Botschaft, die, als Glaube verankert, die Welt überwinden hilft und uns die Sicherheit verleiht, den täglichen Kampf mit allen Unbilden doch zu gewinnen.

aus dem Michaels-Boten von Wilhelm Kirschner



Druckansicht Vervielfältigung nur mit Zustimmung des Kristlichen Glaubenskreises e.V.